Verfasst von: Julimarina Stiftung | 23. August 2011

Die etwas anderen Kinderprojekte der Julimarina Stiftung

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Seit nunmehr 10 Jahren (also schon lange vor der eigentlichen Gründung) sind wir nun mit unseren stets etwas ausgefallenen Sommerprojekten für Kinder und Jugendliche im „Sommerspass-Programm“ der Stadt Neumünster (www.sommerspass.de) vertreten, mittlerweile als einer der größten Anbieter in Neumünster. Immer schon war es unsere Ziel Kindern und Jugendlichen zwischen 9 und 15 Jahren etwas Besonderes zu bieten, was sie so in dieser Form wohl kaum irgendwo anders erleben können. So produzierten wir im Sommer 2000 einen im Fernsehen Katharinas unheimliches Friedhofshaus 2011gesendeten Kurzfilm, erkundeten im “Kreativsommer” 2003 ein unterirdisches Labyrinth, designten 2003 selber Schmuck und Skulpturen und besuchten eine Ausstellung in Hamburg, ließen uns 2005 bei der „Entführung auf den Dachboden“ auf der Suche nach Lara-Leonies Zauberkasten auf den Dachboden des Logenhauses in der Carlstraße entführen, forschten 2006 bei „Das Erbe des Jonas S.“ im Nachlass des Gleichnamigen, erprobten 2006 und 2007 im „Schatzsucherdiplom I und II“ unsere selbstgebauten Sturmlaternen bei Nachtwanderungen, lernten ab 2007 den friedlichen Umgang mit (echten!) Schwertern und anderen Ritualien beim „Orden des Feuers“ bzw dem „Geheimen Orden des Juli“, verlebten beim „Haus der Abenteuer“ ab 2009 schaurige Nächte im Garten der Villa St. Katharina auf dem Nordfriedhof und verdienten 2009 bei „Moneyworld“ unser eigenes Geld. Heute steht der Name Julimarina Stiftung für besonders kreative und innovative Jugendarbeit, für das ganz besondere Erlebnis, für Spannung und Action, aber stets mit pädagogischem Hintergrund.

Das aktuelle Programm gibt es hier.                      

 

Noch gehen uns die Ideen nicht aus!

-Ein Interview mit dem Projektleiter der Julimarina-Sommerprojekte, Julian Schmitt

 

Hallo Juli.

Hey!

Fangen wir mal gleich an: Du bist bei sämtlichen Institutionen schon als Betreuer auf Freizeiten ins In- und Ausland mitgefahren, machst seit 3 Jahren betreuten Umgang beim Kinderschutzbund, arbeitest seit 7 Jahren nebenamtlich als Jugendrichter, und leitest seit Mitte der 90er Jahre unter eigenem Namen Freizeiten, erst allein mit ein paar Helfern, seit 2006 mit Marina unter dem Dach der Stiftung. Ich hörte 2008 hättest du 3 eigene Freizeiten, das Neumünstum und 2 Wochen Kopenhagen geteamt, 2011 fünf selbstorganisierte Freizeiten. Wann machst du denn mal Urlaub?

Das ist für mich Urlaub! Klar ist es nicht immer leicht und teilweise sehr viel Organisationsarbeit verbunden, aber es macht verdammt viel Spaß, zusammen mit „unseren“ Sommerprojektkindern neue, spannende Ideen auszuprobieren, uns jedes Jahr etwas Neues, Außergewöhnliches einfallen zu lassen.

Ist das auch der Grund warum euere Kinderprojekte so erfolgreich sind?

Ja, klar,  zum einen weil wir Sachen machen, die die Kids so woanders nicht kriegen…

Zum Beispiel?

Naja, das fing schon in der 90ern an, als wir mit den Kids kleine Videos produziert haben, die dann auch echt im Fernsehen gesendet wurden – das ist doch schon was. Dann haben wir den Kindern immer wieder Zugang zu besonderen Orten verschafft,  2005 haben wir zum Beispiel eine Lesung auf dem Dachboden des alten Logenhauses in der Carlstraße veranstaltet. Da kommt man im Allgemeinen sonst nicht rauf. Das Haus hat die Teilnehmer alle sehr beeindruckt. Dann natürlich unsere Projekte quasi auf dem Friedhof – das gibt’s sonst wohl auch nirgends anders. Hast du schon mal unmittelbar neben einem Friedhof gezeltet, ein paar Meter neben dem nächsten Grabstein?

Ich? Äh…nein.

Ja, vielleicht sollten wir so was auch mal für Erwachsene machen… Aber noch mal zurück zum Thema: Zum anderen, glaube ich, sind wir erfolgreich, weil wir sehr viel von den Kindern fordern. Wir setzen viel auf Eigenständigkeit und behandeln die Kids zum Teil wie kleine Erwachsene. Wenn wir zum Beispiel den „Orden des Juli“ machen, dann spielen wir nicht nur Ritterorden, dann sind wir wirklich ein Ritterorden. Deswegen basteln wir bei so was keine Schilde und Schwerter aus Pappe, wie andere das vielleicht machen würden, sondern leihen uns echte Schwerter von den Freimaurern dafür und verwenden echte Ritualien. Kinder merken das, wenn das unecht ist; es soll alles original

"Action Academie" 2010

und echt sein bei uns.. Wie ernst wir das alles meinen und dass das nicht nur ein Spiel ist, siehst du auch daran, dass alle Ritter ihren Grad behalten und auch wenn sie Jahre später –was schon mal vorgekommen ist – noch einmal am Orden Teil nehmen, wieder genau dort einsteigen. Ritter eines bestimmten Grades habe ich sogar eine geheime Emailadresse gegeben, wo sie uns jederzeit um Hilfe bitten können- auch noch nach zehn Jahren. Wir wollen nachhaltige Werte vermitteln und das hört für uns nicht Sonntagmittag auf, wenn die Kinder von ihren Eltern abgeholt werden. Wir wollen für die Kinder für Beständigkeit, Zuverlässigkeit und Vertrauen stehen, den Kindern zeigen, dass es so was heute noch gibt, viele  kennen so etwas gar nicht mehr. Unsere Kinder können uns jederzeit anrufen – wir freuen uns dann, mal wieder was von denen zu hören. Viele Kids haben das auch schon getan.

Überfordert so viel Eigenständigkeit nicht manchmal auch einige Kinder?

Viele kennen das gar nicht, dass man ihnen so vertraut und sie so beteiligt und ja: Einige können damit vielleicht auch anfangs noch nicht so richtig umgehen. Das sind dann aber meist die kleineren Kinder, bei denen wir dann immer aufpassen müssen, dass sie ihre Zähne gründlich  putzen und sich trockene Sachen anziehen, sich bei Sonne eincremen und ihren Teller in ihrem Gepäck wiederfinden. Das machen wir dann natürlich auch, wenn das nötig ist.

Ist das auch der Grund, warum ihr ein Mindestalter von 9 Jahren festgesetzt habt?

Ja, irgendwo muss man ja die Grenzen ziehen. Und es ist doch wohl klar, dass ein Siebenjähriger wahrscheinlich andere Interessen hat als ein Vierzehnjähriger.

Was macht Ihr nächstes Jahr?

Das wird noch nicht verraten! – Nein, mal im Ernst: ich habe noch keine Ahnung. Wir haben noch viele Ideen und halbfertige Konzepte in der Schublade liegen, aus denen man viel machen kann. Noch gehen uns die Ideen nicht aus. Aber es hängt auch vieles davon ab, welche Unterstützung wir im nächsten Jahr bekommen. Je mehr uns helfen, desto mehr können wir machen!

Also hier noch mal ein Aufruf an alle, die die Kindersommerprojekte der Julimarina Stiftung unterstützen wollen:

Genau: Meldet euch bei uns, wir sind für jede Hilfe dankbar! Sei es als Betreuer, oder als Hilfe, auch nur tageweise. Manche Eltern backen ein Blech Kuchen und bringen den vorbei. Bernd („Söffi“) Soffner kommt für ein paar Stunden mit Instrumenten vorbei und macht mit den Kids Musik. Selbst unser jetziger Stadtpräsident (und Kurator der Stiftung, Anm. d. Redaktion) hat sich schon mal die zeit genommen, den Kindern etwas vorzulesen. Es ist auch gut denkbar, dass jemand für einen Nachmittag vorbei kommt und zum Beispiel mit Kindern, die das wollen Freundschaftsbändchen knüpft oder ähnliches. Eine Pfadfinderin wollte mal mit den Kindern schmieden, ist dann aber leider doch nicht gekommen…

Ja, dann wünsche ich euch alles Gute und viel Erfolg in der neuen Saison und verabschiede mich mal mit dem offiziellen Abschiedsgruß aus eurem „Land der Abenteuer“,..wie war das noch..pinkeldida…

…Kawumm!

Richtig!

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